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Francisco Welter-Schultes: Umweg nach Cayenne

 

Eine Fortsetzungsgeschichte auf 739 Internetseiten.

 

Ins Netz gestellt von Planet Poster Editions

Kapitel:

 

07 Wolln wir abhaun? - Countdown in Mainz 1980

Seite:

 

09

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Norbert wollte gleich, als er Jutta traf, mit ihr reden, wegen ihrer Party. Aber daraus wurde nichts. Das erste, was sie sich sagten, wenn sie sich am Morgen sahen, war Ich mag dich. - Ich dich auch.
- Äh, ich wollt dir noch sagen- äh-
- Nee, jetz nich, is doch grad so schön.
- Hm.
Das war schonmal nix. Und auch während der Pausen gab es keine Chance. In der Stunde erst recht nicht.

Steffen und ich waren uns einig, heute wollten wir es wieder verlassen. Für mich hatten die Pausentouren jetzt auf einmal eine völlig andere Dimension bekommen. Noch einmal Lakritz. Noch einmal Masani Rön. Es war so wie früher. Für Steffen war es so wie immer. Noch wusste er von nichts.
Nein, es gab einen Unterschied. Ich bestand darauf, Lakritz und Brötchen zu bezahlen, Herzchen, Lollies und Treets Schoko-Klicker, er war darüber richtig erstaunt. Ich sagte ihm, es sei wichtig, dass er heute Nachmittag Zeit hatte und mit in die Stadt kam. Er sagte, na gut, wenn das so wichtig sei, und wir verabredeten uns. Ein bisschen komisch muss ihm der Ton vorgekommen sein. Neugierig fragte er noch ein paarmal vergeblich nach, was los sei. Er vermutete vielleicht irgendeinen Blödsinn. Aber er würde es ja erfahren.

Vierte Stunde, Englisch. Steffen und ich kamen wie immer nach der grossen Pause fast zu spät. Jetzt wurde es spannend. Louis und die anderen hatten in der Klasse kräftig für ihre Idee geworben und gute Resonanz erhalten. Steffen und ich kamen in das Sprachlabor. Noch hatte niemand die Stühle herunter genommen. Frau Klettke kam hinein und war überrascht. Wir sollten uns hinsetzen, sonst gäbe es Konsequenzen. Wir kletterten tatsächlich auf die Tische und setzten uns oben auf die Stühle.
Ich kam mir vor wie in einem Film, der in Zeitlupe ablief. Wie intensiv doch das Leben sein konnte. Alle sassen oben auf den Stühlen. Auch Viktoria. In was für eine tolle Klasse war ich hier gegangen. Und ich hatte den Vergleich. Auch so etwas wäre in Augsburg undenkbar gewesen. Da war ein Unterschied, nicht nur das Alter. Ich drehte mich um und sah mir noch einmal die Klasse an. Mein Gehirn machte ein Abschiedsfoto.
Ich ging in eine Schulklasse in Mainz.
Frau Klettke war wirklich überrascht und wusste, jetzt durfte sie nicht überreagieren. Sie versuchte es mit einer sanften Tour und kam bei einigen langsam damit durch. Immer mehr setzten sich nach unten. Spätestens als es darum ging, etwas mitzuschreiben, war es oben ziemlich unpraktisch. Steffen und ich waren unter den Letzten, die sich wieder nach unten setzten.
Irgendwann kontrollierte sie dann die Hausaufgaben. Genauer, sie ging durch die Reihen und hakte ab. Ich legte ihr das Heft so hin, als hätte ich sie ganz normal gemacht. Manchmal hakte sie ab, ohne näher hinzusehen. Sie sah aber genauer hin und bemerkte, das waren ja gar keine Hausaufgaben. Das hatte ich schonmal gebracht, worauf sie richtig wütend geworden war. Die Chance, dass sie es nicht merken würde, lag bei vielleicht dreissig Prozent.
Aber ich hatte die Situation im Griff. Als ich sah, dass sie stutzig wurde, reagierte ich sofort und sagte, das Heft liege nur so da, ich hätte die Hausaufgaben nicht gemacht. Das war der allerletzte Moment. Sie war trotzdem ziemlich wütend, gab mir eine Strafarbeit und meinte, dann bekäme ich eben eine Drei ins Zeugnis. Es ärgerte sie besonders, dass ich die Hausaufgaben noch nicht einmal von der Tafel abgeschrieben hatte.
Mir konnte das egal sein. Ich stand nach dieser Arbeit genau zwischen Zwei und Drei und sagte ihr, sie würde mich sowieso nicht leiden können und mir eh keine Zwei ins Zeugnis geben. Immer, wenn sie zwischen zwei Noten die Auswahl hätte, würde sie mir die schlechtere Note geben.
Hintergrund war das letzte Zeugnis, wo es genau so gewesen war. Frau Klettke gehörte zu den Lehrerinnen, die in Zweifelsfällen oft schlechtere Noten gaben, um den Schülern einen Anreiz zu geben, sich fürs nächste Mal noch mehr anzustrengen. Sie erreichte genau das Gegenteil. Meine Reaktion hatte sie nicht erwartet.
- Ich kann dir auch ne Vier ins Zeugnis geben.
- Das ist doch unrealistisch, das müssen Sie doch selber zugeben.
- Das ist überhaupt nicht unrealistisch. Ich kann noch ganz anders.
Wie gesagt, schlagfertig war sie nicht. Das machte es ein bisschen langweilig. Blaue Briefe vergab sie selten, sie warf eher mit schlechten Noten um sich und verteilte reihenweise Strafarbeiten. Strafarbeiten konnte sie mir jetzt jede Menge geben. Ich schrieb sie mir nicht mal mehr auf - ich war ja narrenfrei.

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Google

Suchfunktion im Roman: Die Navigation im Roman hat selbst keine Suchfunktion. Wer innerhalb des Romans bestimmte Begriffe sucht, kann hier im Suchfeld bei Google den Begriff "wissenladen" und den Suchbegriff (beispielsweise den Namen eines Ortes) eingeben. Das sollte halbwegs funktionieren. Wenn "wissenladen" alleine nicht reicht, dann noch "cayenne" dazu eingeben.

Für diejenigen, die die gesamte Textdatei lieber am Stück lesen wollen, und nicht jede Seite einzeln, gibt es 3 Word-Dateien, entsprechend den 3 Bänden, die von unserem Server auf Festplatte heruntergeladen werden können. Dies sind die reinen Text-Dateien, ohne Bilder drin. Nur mit Platzhaltern für Bilder. Die Word-Datei (Word 6.0/95 für windows) ist etwa 2001-2003 zusammengeschrieben worden, letzte Änderungen sind von 2005.
cayenne-band1.doc.
cayenne-band2.doc.
cayenne-band3.doc.


Hier noch ein paar weitere interessante Links:

 

www.planetposter.de - Posterverlag von Francisco Welter-Schultes und Ralph Krätzner

www.wissenladen.de - Der Onlineshop mit den guten Ideen

www.wissenladen.de/maps - übersichtliche Landkarten von allen Ländern der Welt

www.animalbase.org - Frühe zoologische Literatur online

www.hausdernatur.de - Museum Haus der Natur in Cismar an der Ostsee

www.100partnerprogramme.de - Geld verdienen im Internet mit Karsten Windfelder

www.affiliate-katalog.de - Partnerprogramm-Suchmaschine

images.google.com - Bilder suchen mit Google

www.wale-und-delfine.de - Wale und Delfine

 

 


Mainz, Goldgrube nahe Welschstrasse

 

 

 

 

Der Roman Umweg nach Cayenne ist eine Fortsetzungsgeschichte in drei Bänden und basiert auf einer authentischen Geschichte (autobiographisch von Francisco Welter-Schultes).
Band 1 spielt von Mitte der 60er Jahre bis 1980 in Deutschland (erst Bayern, dann Mainz), Band 2 von 1980 bis 1987 in Deutschland (hauptsächlich in der Kleinstadt Neustadt in Holstein) mit einigen Passagen in der Türkei und in Griechenland (vor allem auf Kreta), Band 3 von 1987-1990 spielt hauptsächlich in Nord- und Südamerika (USA über Mexico bis nach Feuerland und dann Atlantikküste entlang nach Brasilien). Ganz am Ende kommen wir dann auch mal tatsächlich nach Cayenne, Französisch-Guyana. Der Titel ist also nicht ganz aus der Luft gegriffen. Aber bis wir nach Cayenne kommen, dauert es einige Zeit, und ein paar kleine Umwege müssen schon in Kauf genommen werden.
Zusammengeschrieben wurde das Ganze so etwa zwischen 2001 und 2003.
Alle Personen, die im Text vorkommen, sind Personen des wirklichen Lebens. Um ihre Privatsphäre zu schützen, wurden die meisten von ihnen unter Pseudonymen genannt. Ausser bei Personen des öffentlichen Lebens.

Wir hoffen, die Navigation funktioniert halbwegs und wünschen viel Spass beim Lesen.

Für diejenigen, die einen kurzen Blick auf eine Landkarte werfen wollen, was ja mal ganz nützlich sein kann, hier eine kleine Auswahl von Landkarten aus Europa:
Bosnien und Herzegowina   Deutschland   Frankreich   Griechenland   Italien   Österreich   Rumänien   Russland  Schweden   Spanien   Türkei



Kontakt (Autor, Verlag) siehe Impressum, unten letzte Zeile.
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