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Francisco Welter-Schultes: Umweg nach Cayenne

 

Eine Fortsetzungsgeschichte auf 739 Internetseiten.

 

Ins Netz gestellt von Planet Poster Editions

Kapitel:

 

14 - Die alle nicht der Wahrheit entsprechen - Fünf Tage im Dezember 1982

Seite:

 

21

Kapitel in Band 1:

Kapitel in Band 2:

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Kurt hatte offenbar vor, noch zu einer Premiere irgendeines Theaterstücks nach Castrop-Rauxel ins Ruhrgebiet zu fahren. Er wusste es aber selber nicht so genau. Diese Premiere fiel jedoch ziemlich genau mit unserem Abflug nach Kreta zusammen, und manchmal waren Norbert und ich selber nicht ganz sicher, wo er die Prioritäten setzte. Oftmals wirkte Kurt ziemlich konfus. Doch dann konnte er wiederum brilliant organisieren.
Das mit Castrop spielte jetzt aber keine Rolle. Es ging um Torben.

Frau Müller: Sicher. Aber es ist nur noch eine Woche vor den Weihnachtsferien, haben wir grad überlegt, në?
Kurt: Mhhm.
M-K: Und der hat Läuse.
Frau Müller: Und der hat Läuse, das heisst vor-
M-K: Er muss läusefrei sein.
Kurt: Mhm.- Ja, denn- denn lassen wir ihn jetzt krankschreiben.
M-K: Ja!
Frau Müller: Des wird so ähnlich laufen, ja!
Kurt: Das-äh- denn er ist ja- ist ja unentschuldigt-
Frau Müller: Ja, so kanns laufen, und dann d-
M-K: Ich wollte- ich wollte-äh- -ich sagte ja, ich schreib an die Schule- und schreib denen auf, dass -äh- also Torben -ä- seit zwei- seit drei Wochen Läusebefall hat, dass ich aus der Kur gekommen bin, ich hab ma- also gestern schon son Brief aufgesetzt, dass ich also die Lehrerin in Kenntnis setze und ich weiss ja auch nicht, woher das kommt.

Wieder versuchte M-K auszuweichen und begann mit Vermutungen, wo die Läuse hergekommen sein konnten. Kurt und Frau Müller behielten jedoch den roten Faden - M-K hatte, worauf Kurt nochmal deutlich hinwies, Torben bis heute noch keine Entschuldigung geschrieben. Sie wusste nicht, was sie hätte schreiben sollen, rechtfertigte sich M-K.

Frau Müller: Sie schreiben, dass der Torben Läuse hat, dass er deshalb-
M-K: Ja.
Frau Müller: -nicht zur Schule kommen kann-
M-K: Ja.
Frau Müller: - und dass Sie sich- dass ausserdem im Moment Ihre persönliche Situation noch unklar ist und dass Sie sich, wenn er - nach den Weihnachtsferien nicht dort in die Schule weitergehen kann in Moment - nochmal melden. Gut.
M-K: Ja.
Frau Müller: Das reicht erst mal.
M-K: Ja.
Frau Müller: Në? Und dann haben wir auch bisschen Zeit zu sehen-
M-K: Ja.
Frau Müller: - wie gehts Ihnen-
M-K: Ja.
Frau Müller: - was haben Sie vor-
M-K: Ja.
Frau Müller: - und dann können wir weiterentscheiden, në?
M-K: Ja.

Frau Müller nahm es sich zu leicht. Und M-K war überhaupt keine Hilfe, da sie, wenn sie andere Dinge als ja sagte, ständig vom Thema ablenkte. In Wirklichkeit hatte sie gar keine Ideen geliefert. Ausser die vom Internat am Chiemsee, wobei die Idee, wer die vermutlich nicht allzu niedrigen Kosten tragen würde, nicht beigeliefert worden war.
Vielleicht das Sozialamt Neuschwanstein. Noch einmal versuchte Kurt das Problem, das er kommen sah und das etwas konkreter war als ein Internat in Süddeutschland, anzusprechen. Denn es war ausgeschlossen, dass Torben mit M-K ins Landeskrankenhaus gehen konnte. Er würde nun bei uns bleiben, bei uns, die wir uns in einer Woche in einer Entfernung von exakt zweitausenddreihundertachtundsechzig Kilometern Luftlinie auf einer griechischen Mittelmeerinsel befinden würden. Oder befinden wollten.

Kurt: Weil das wird sich denn auch irgendwann glaub ich ziemlich schnell entscheiden, was da kommt. -Äh- also hier gehts bis- Wochenende, në? Äh- des ist ganz klar.
Frau Müller: Mhm.
Kurt: Äh- und - ich hab jetzt grade daran gedacht, weil - ich weiss nicht, ob das geht, also als- als Überlegung, ich denke, Sie haben sich auch Gedanken gemacht,- äh- wenn -äm- das geht -äh- weiss nicht, ob das so über die Weihnachtszeit n wachsender Ferienbetrieb ist, obs in Lüneburg geht, wo er in den letzten Sommerferien gewesen ist. Das kam so als Überlegung-, weil- weil er da Beziehungs-
M-K: Jah.
Kurt: -kinder auch hat- und die Verhältnisse kennt und die auch gewohnt ist. Das wäre dann meine Frage hier.
Frau Müller: Was istn das fürn Heim?
M-K: Lüneburg? - Da wohnt doch der Vater vom Torben.
Frau Müller: Aha.
M-K: Und-äh- und- meine Nichten-
Frau Müller: Mhm.
M-K: Në?- und meine Nichten, die haben- also die ä-Zwillinge, die sind so alt wie Wilfried und die Grosse ist achtzehn, aber die- eine von den Zwillingen, also die Jana -äh- die ist - sehr- also die mögen sich sehr. Und die Ma-
Torben: Oh, Jana! Niedlich!
M-K: - und - die Mara, die hat selber n Baby.
Frau Müller: Mhm.
M-K: Von eins-
Torben: Benni- Torben.
M-K: Benni- ja, von einem Jahr.

Wie sollte Frau Müller bei soviel Chaos irgendwas kapieren? In Lorscheid hätte ich das mal so bringen sollen. Das wär was gewesen. Meine Kusine Jana war diejenige von Torbens Dreiviertelschwestern, die ihr Leben Viktoria zu verdanken hatte. Wenn wir das der Einfachheit halber mal so stehen lassen wollen. Hätte ich das Frau Müller jetzt erzählt, wäre sie genauso schlau gewesen.

M-K: Und die wohnen in- Lüneburg in ner Drei-Zimmer-Wohnung.
Frau Müller: Und da war der Torben schon mal n paar Wochen?
M-K: Jaa, ich hab -also-ähh- ja!- In n Sommerferien war er- në, zwei- zwei Wochen und- aber zu Lüneburg hat er n guten Kontakt nun weiss ich natürlich nicht - ähm- wi-www-w- -ob-ob er-z-g-ob ge-ob die was vorhaben, n, das weiss ich nicht.
Kurt: N- ich hab auch nur am Anfang gedacht.

M-K bot an, ihre Schwester anzurufen. Frau Müller fand es nicht so dringend.

Frau Müller: Aber das muss ja auch nicht sein heut abend.
Kurt: Nein! Ds-
M-K: Nee.
Kurt: Das mein ich bloss jetzt, weil - wir ab Montag weg sind.
M-K: Ja-n-
Frau Müller: Mhm. Aber wir haben Donnerstag, Freitag, Sonnabend, Sonntag. Vier Tage. Das schaffen wir.
M-K: Das schaffen wir.

Wer war wir? Vier Tage später hatten wir das Resultat. Wenn wir das hier ausnahmsweise schonmal vorwegnehmen wollen. M-K würde wie zu erwarten überhaupt nichts zu der Frage beitragen, was mit ihrem Sohn Torben passieren sollte. Mehr als die Information, es ginge nicht in Lüneburg, würde nicht kommen. Erst recht nicht irgendein anderer Vorschlag. Und auch keiner von Frau Müller. Okay, das war in diesem Moment vielleicht nicht ihr Job. Aber trotzdem hatte sie hier zu früh die Arbeit von sich gewiesen.

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Google

Suchfunktion im Roman: Die Navigation im Roman hat selbst keine Suchfunktion. Wer innerhalb des Romans bestimmte Begriffe sucht, kann hier im Suchfeld bei Google den Begriff "wissenladen" und den Suchbegriff (beispielsweise den Namen eines Ortes) eingeben. Das sollte halbwegs funktionieren. Wenn "wissenladen" alleine nicht reicht, dann noch "cayenne" dazu eingeben.

Für diejenigen, die die gesamte Textdatei lieber am Stück lesen wollen, und nicht jede Seite einzeln, gibt es 3 Word-Dateien, entsprechend den 3 Bänden, die von unserem Server auf Festplatte heruntergeladen werden können. Dies sind die reinen Text-Dateien, ohne Bilder drin. Nur mit Platzhaltern für Bilder. Die Word-Datei (Word 6.0/95 für windows) ist etwa 2001-2003 zusammengeschrieben worden, letzte Änderungen sind von 2005.
cayenne-band1.doc.
cayenne-band2.doc.
cayenne-band3.doc.


Hier noch ein paar weitere interessante Links:

 

www.planetposter.de - Posterverlag von Francisco Welter-Schultes und Ralph Krätzner

www.wissenladen.de - Der Onlineshop mit den guten Ideen

www.wissenladen.de/maps - übersichtliche Landkarten von allen Ländern der Welt

www.animalbase.org - Frühe zoologische Literatur online

www.hausdernatur.de - Museum Haus der Natur in Cismar an der Ostsee

www.100partnerprogramme.de - Geld verdienen im Internet mit Karsten Windfelder

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www.wale-und-delfine.de - Wale und Delfine

 

 


Neustadt in Holstein, Der Laden, Rackersberg 30. Die Wohnungstür befand sich um die Ecke neben dem Zigarettenautomaten. Wir wohnten im ersten Stock; hinter dem linken Dachfenster war die Küche. Aufnahme Juni 1983.

 

 

 

 

Der Roman Umweg nach Cayenne ist eine Fortsetzungsgeschichte in drei Bänden und basiert auf einer authentischen Geschichte (autobiographisch von Francisco Welter-Schultes).
Band 1 spielt von Mitte der 60er Jahre bis 1980 in Deutschland (erst Bayern, dann Mainz), Band 2 von 1980 bis 1987 in Deutschland (hauptsächlich in der Kleinstadt Neustadt in Holstein) mit einigen Passagen in der Türkei und in Griechenland (vor allem auf Kreta), Band 3 von 1987-1990 spielt hauptsächlich in Nord- und Südamerika (USA über Mexico bis nach Feuerland und dann Atlantikküste entlang nach Brasilien). Ganz am Ende kommen wir dann auch mal tatsächlich nach Cayenne, Französisch-Guyana. Der Titel ist also nicht ganz aus der Luft gegriffen. Aber bis wir nach Cayenne kommen, dauert es einige Zeit, und ein paar kleine Umwege müssen schon in Kauf genommen werden.
Zusammengeschrieben wurde das Ganze so etwa zwischen 2001 und 2003.
Alle Personen, die im Text vorkommen, sind Personen des wirklichen Lebens. Um ihre Privatsphäre zu schützen, wurden die meisten von ihnen unter Pseudonymen genannt. Ausser bei Personen des öffentlichen Lebens.

Wir hoffen, die Navigation funktioniert halbwegs und wünschen viel Spass beim Lesen.

Für diejenigen, die einen kurzen Blick auf eine Landkarte werfen wollen, was ja mal ganz nützlich sein kann, hier eine kleine Auswahl von Landkarten aus Europa:
Bosnien und Herzegowina   Deutschland   Frankreich   Griechenland   Italien   Österreich   Rumänien   Russland  Schweden   Spanien   Türkei



Kontakt (Autor, Verlag) siehe Impressum, unten letzte Zeile.
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