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Francisco Welter-Schultes: Umweg nach Cayenne

 

Eine Fortsetzungsgeschichte auf 739 Internetseiten.

 

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Kapitel:

 

25 - Und nachts hämmern die Spechte - Bei den Mískito-Indianern in Honduras

Seite:

 

19

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Brief 3 an Lina (August 1988)

Vor paar Tagen hab ich mich entschlossen, wieder weiterzuziehen: Indio hat Schwierigkeiten, wieder zum Einbaumhacken raufzufahren - ausserdem hab ich mitgekriegt als Elvira, seine Frau, zu jemand auf seine Frage geantwortet hat "ich weiss nicht, wann er wieder geht", mit dem leichten Unterton, "er kann doch nicht immer hierbleiben". Und ich will noch vor der Regenzeit los, die setzt Mitte Mai oder Juni ein.
Bettina riet mir davon ab, die Pfade durch den Urwald nach Auasbila zu nehmen und meinte, der Weg nach Mocorón, also direkt Richtung nicaraguanische Grenze, sei wesentlich besser zu gehen.
"Nach Mocorón kannst du nicht zu Fuss gehen, das geht nicht, du kennst den Weg nicht", meinen Humberto und die anderen.
Ich soll das Flugzeug nehmen. Heute nachmittag soll eins kommen, die fliegen immer zwischen Mocorón und Wampusirpi hin und her. Isábel, die einen kleinen Laden hat und mir ein Paar schwarze Schuhe (leider zwei Nummern zu klein, aber es gab keine grösseren) gegeben hat, gibt mir sogar dreissig Lempira, für den Flug.
Na gut, ich warte an der Startbahn. Einen Tag. Der Pilot von World Relief (Flüchtlingsorganisation) sagt, er darf mich nicht mitnehmen.
Noch ein Tag, noch eine Maschine, die ist aber voll, eine andere fliegt nach Puerto Lempira, nicht nach Mocorón.
"Morgen gehe ich zu Fuss los, nach Mocorón."
"Nein, wie willst du den Weg finden, du verläufst dich. Warte auf das Flugzeug, morgen kommt eins."
Ich habe meinen Respekt vor diesen Indianern verloren, denn die, die mich vor dem Weg warnen, sind ihn selber noch nie gegangen. Bettina ja, und Bettina hatte mir geraten, diesen Weg zu nehmen. Also nehm ich ihn auch.
Na okay, auch sie meinte, der Pfad sei nicht ganz einfach, und es könne sehr gefährlich werden, wenn du alleine gehst, dich verläufst und dir das Wasser ausgeht. Es gebe nur wenige versteckte Wasserstellen im Llano*.
Bettina hatte mir auch genau gesagt, was ich in Mocorón alles tun sollte: Zuerst sollte ich zur
comandancia gehen und die fragen, ob mich jemand zum Fünften Batallón mitnehmen könnte. Das sei eine ziemlich grosse Kaserne, etwas ausserhalb vom Ort. Dort müsste ich dann fragen, ob ich mit dem Coronel Sánchez oder Pinieda, welcher gerade da sei, sprechen könnte. Und der sollte mir dann ein Papier ausschreiben, mit dem ich dann an die nicaraguanische Grenze trampen könnte. Und ich sollte ihn von ihr grüssen.
Inzwischen habe ich mein Visum in Honduras natürlich schon über drei Monate überzogen, das darf ich denen natürlich nicht sagen. Und wie ich ohne Visum nach Nicaragua reinkomm, konnte sie mir auch nicht verraten. Aber das sei eh egal, weil das, was ich vorhabe, von Haus aus illegal sei, weil Ausländer auch mit Visum nicht in die nicaraguanische Mosquitia dürfen. Sie hatte das einmal versucht, die hätten ihr aber nichts als lauter Schwierigkeiten gemacht damit. Musste sie tausend Formulare ausfüllen und hinterher durfte sie doch nicht rein.
Ich scheine irgendwie nach Südamerika zu wollen. Nicaragua scheint ziemlich verschlossen zu sein. Aber vielleicht schaffe ich es trotzdem, nach Nicaragua reinzukommen. Von da müsste ich dann nach Costa Rica weiter. Vielleicht illegal oder sowas.
Aber noch bin ich in Wampusirpi und muss erst einmal von hier weg. Also zu Fuss. Das ist allerdings einfacher als gesagt, und die erste Hürde muss ich nehmen, bevor der Ort überhaupt zuende ist. Es ist nicht immer selbstverständlich, dass die Militärs einen auch zu Fuss gehen lassen. Wenn die Militärs von der
comandancia sich querstellen, könnte ich gezwungen sein, das Flugzeug zu nehmen. Also muss ich mich von den Militärs hier verabschieden, das hört sich dann so an:
"Hallo
amigos, also ich geh wieder, morgen will ich losgehn, nach Mocorón, ich will dort zum Fünften Batallón und mit dem Coronel Pinieda sprechen. Ob Sie mir da ne Erlaubnis geben können, dass ich nach Mocorón gehen kann?"
"Du willst gehn? Wie lange warst du jetzt hier?"
"Drei Monate in Wampusirpi", geb ich ihnen einen kleinen Zettel mit meinem Namen und ein paar Daten drauf.
"Jaja, kein Problem mit der Erlaubnis, hier geht der Weg lang, hier rum und dann immer gradeaus."
"Nein, ich werde lieber morgen früh gehen, ich habe Gepäck und der Weg ist weit."
"Ja, alles Gute dann,
kai ke was**!"
So, die erste Hürde ist genommen.

* Spanisch llano = flach, bezeichnet hier eine trockene, steppenartige Flachlandschaft mit Kiefernbesatz.

** Mískito für tschüs.

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Google

Suchfunktion im Roman: Die Navigation im Roman hat selbst keine Suchfunktion. Wer innerhalb des Romans bestimmte Begriffe sucht, kann hier im Suchfeld bei Google den Begriff "wissenladen" und den Suchbegriff (beispielsweise den Namen eines Ortes) eingeben. Das sollte halbwegs funktionieren. Wenn "wissenladen" alleine nicht reicht, dann noch "cayenne" dazu eingeben.

Für diejenigen, die die gesamte Textdatei lieber am Stück lesen wollen, und nicht jede Seite einzeln, gibt es 3 Word-Dateien, entsprechend den 3 Bänden, die von unserem Server auf Festplatte heruntergeladen werden können. Dies sind die reinen Text-Dateien, ohne Bilder drin. Nur mit Platzhaltern für Bilder. Die Word-Datei (Word 6.0/95 für windows) ist etwa 2001-2003 zusammengeschrieben worden, letzte Änderungen sind von 2005.
cayenne-band1.doc.
cayenne-band2.doc.
cayenne-band3.doc.


Hier noch ein paar weitere interessante Links:

 

www.planetposter.de - Posterverlag von Francisco Welter-Schultes und Ralph Krätzner

www.wissenladen.de - Der Onlineshop mit den guten Ideen

www.wissenladen.de/maps - übersichtliche Landkarten von allen Ländern der Welt

www.animalbase.org - Frühe zoologische Literatur online

www.hausdernatur.de - Museum Haus der Natur in Cismar an der Ostsee

www.100partnerprogramme.de - Geld verdienen im Internet mit Karsten Windfelder

www.affiliate-katalog.de - Partnerprogramm-Suchmaschine

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www.wale-und-delfine.de - Wale und Delfine

 

 


Tagebuch in Grösse A6 mit superkleiner Schrift, in das ich in dieser Zeit vor allem meine Briefe nach Deutschland abschrieb. Diese Texte sind die Passagen, die hier in kursiver Schrift erscheinen.

 

 

 

 

Der Roman Umweg nach Cayenne ist eine Fortsetzungsgeschichte in drei Bänden und basiert auf einer authentischen Geschichte (autobiographisch von Francisco Welter-Schultes).
Band 1 spielt von Mitte der 60er Jahre bis 1980 in Deutschland (erst Bayern, dann Mainz), Band 2 von 1980 bis 1987 in Deutschland (hauptsächlich in der Kleinstadt Neustadt in Holstein) mit einigen Passagen in der Türkei und in Griechenland (vor allem auf Kreta), Band 3 von 1987-1990 spielt hauptsächlich in Nord- und Südamerika (USA über Mexico bis nach Feuerland und dann Atlantikküste entlang nach Brasilien). Ganz am Ende kommen wir dann auch mal tatsächlich nach Cayenne, Französisch-Guyana. Der Titel ist also nicht ganz aus der Luft gegriffen. Aber bis wir nach Cayenne kommen, dauert es einige Zeit, und ein paar kleine Umwege müssen schon in Kauf genommen werden.
Zusammengeschrieben wurde das Ganze so etwa zwischen 2001 und 2003.
Alle Personen, die im Text vorkommen, sind Personen des wirklichen Lebens. Um ihre Privatsphäre zu schützen, wurden die meisten von ihnen unter Pseudonymen genannt. Ausser bei Personen des öffentlichen Lebens.

Wir hoffen, die Navigation funktioniert halbwegs und wünschen viel Spass beim Lesen.

Für diejenigen, die einen kurzen Blick auf eine Landkarte werfen wollen, was ja mal ganz nützlich sein kann, hier eine kleine Auswahl von Landkarten aus Europa:
Bosnien und Herzegowina   Deutschland   Frankreich   Griechenland   Italien   Österreich   Rumänien   Russland  Schweden   Spanien   Türkei



Kontakt (Autor, Verlag) siehe Impressum, unten letzte Zeile.
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