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Francisco Welter-Schultes: Umweg nach Cayenne

 

Eine Fortsetzungsgeschichte auf 739 Internetseiten.

 

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Kapitel:

 

25 - Und nachts hämmern die Spechte - Bei den Mískito-Indianern in Honduras

Seite:

 

22

Kapitel in Band 1:

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Paar Militärs nehmen mich mit bis in die Nähe von Leimus, sie selber fahren nach Auasbila. Sie setzen mich an einem Posten etwa zwanzig Kilometer davor ab, an einem Militärposten an der Strasse. Es ist hier alles Llano. Vier Soldaten sind am Posten. Ich soll nicht so losgehen, sondern warten, bis die Flüchtlingstransporte von der UNO durchkommen, und mit denen nach Leimus fahren.
Spät, aber sie kommen. Paar Kieslaster, bis oben voll mit Flüchtlingen, davor fährt der dicke klimatisierte Land-Rover-Jeep mit den Funktionären. Der Verantwortliche wundert sich.
"Du willst in Leimus* über die Grenze? Das ist doch kein Grenzübergang für Touristen! Zeig mir mal deinen Pass." - er ist Ausländer, hat irgendeinen Akzent, französischen oder italienischen. - "Du hast ja nur ein Transit-Visum, vier Tage, das ist am siebzehnten Januar abgelaufen!"
Ich solle zuerst nach Puerto Lempira zur
Migración (Grenzbehörde) und das regeln, so könne er mich nicht mitnehmen.
Scheisse.
Puerto Lempira liegt vielleicht hundertfünfzig oder zweihundert Kilometer nördlich** von hier, da gibt es auch eine Strasse hin. Es ist ganz gut organisiert hier mit dem Trampen: die wenigen Autos, die durchkommen, müssen immer bei den Posten anhalten, und so trampen die Leute hier immer von Posten zu Posten. So ein Posten ist eine ganz praktische Einrichtung.
Es wird später, am Ende warten hier zwölf Leute am Posten, einige wollen nach Puerto Lempira, andere nach Mocorón. Einer meint, in Mocorón sei auch ein Büro von der
migración, und Mocorón ist näher, nur fünfzig Kilometer.

Schon lange dunkel, es kommen wieder Kieslaster, auch voll mit Flüchtlingen, diese hier wollen wohl nach Mocorón. Die Leute, die mit mir warten, wissen, dass ich auch dahin will:
"Hopp, schnell, spring dahinten auf, mach schon, die fahren nach Mocorón! Schnell, die warten nicht lange!"
Was, nach Mocorón - ja okay, Schlafsack rauf, Rucksack schmeissen sie in die Flüchtlinge, meine Schuhe auch, einzeln, ich selber hangel mich hinten am Kieslaster hoch, der wirklich voll ist mit Flüchtlingen, es ist gar kein Platz mehr im Kiesladeraum selber, nicht mal die Beine passen rein, ich kann mich gerade noch auf die Eck-Kante setzen, da fährt er schon los - ahh! - beinah hätte ich das Gleichgewicht verloren und wär wieder runtergefallen.
Es folgt der schlimmste und gefährlichste Tramp, den ich jemals erlebt habe. Mein hundertneunundsechzigster Tramp auf dem amerikanischen Kontinent.
Mit beiden Händen halte ich mich, auf der Hinterkante des Lasters sitzend, krampfhaft fest, es ist die Hölle, denn auf der hinteren Kante verstärkt sich ja jedes Schlagloch um das Dreifache. Die Beine hängen aussen runter, in der Luft. Es ist fast nicht möglich, sich dahinten zu halten. Volle Konzentration, ich darf die Hand keine Sekunde lockerlassen, mist, die Hand kommt ins schwitzen... es wird feucht, ich rutsche ein paarmal fast vom Lack ab - und kippe nochmal fast hinten über.
Bei voller Geschwindigkeit.
Zum Glück habe ich in der Hose ein Taschentuch, also jetzt die rechte Hand mit Taschentuch, und der Laster rast durch die Nacht. Über die Schotterpiste, ein Schlagloch nach dem anderen.
Ich kann bald nicht mehr, meine linke Hand will nicht mehr mitmachen, ich kann mich nur noch mit der rechten Hand festhalten. Mit der linken krall ich mich so fest, dass ich nach ein paar weiteren Schlaglöchern Einschnitte vom Stahl in den Fingern habe.
Hand! Hand!
Noch ein Schlagloch, noch eins, wieder kurz an der Hose abwischen, kurz schütteln, wieder festkrallen, Sache von Sekundenbruchteilen.
Ich merke, wie die linke Hand immer weniger wird, ich habe kaum noch Gefühl dadrin, kann mich nicht mehr auf sie verlassen. Ein Wunder, dass die rechte Hand, die mit dem Taschentuch, noch so gut hält.
Aber jetzt merke ich, mist, die wird auch schwächer. Wieviele Schlaglöcher halte ich noch aus? Zehn, rechne ich mir aus, dann werde ich abrutschen, und ich habe beide Beine ausserhalb des Lasters. Hin und wieder kommen ruhigere Strecken, dann aber wieder härtere, wieder mit Schlaglöchern. Zehn werde ich noch aushalten, Scheisse, neun, Scheisse, acht... nein, es geht wirklich nicht mehr... wieder etwas ruhigere Strecke -
"Ich kann nicht mehr", meine ich zu der Frau direkt neben mir, und sie schaffen es irgendwie, soviel Platz zu machen, dass ich ein Bein drinnen deponieren kann.
Jetzt kann ich meine Hände abwechseln, da das Bein auch noch hält, und langsam kommen die Hände wieder. Bin ich froh, als wir spät nachts endlich in Mocorón ankommen - also nun auch an den Händen, lauter offene Blasen. Ich bin fertig, gehe zur
comandancia, falle ins Bett. Ich habe sogar meine schwarzen Schuhe wieder bekommen, die die Leute am Posten vor Leimus einfach mitten in die Flüchtlinge auf den fast schon fahrenden Lkw geworfen hatten.
Nur noch eine Nacht. Die Stunde der Wahrheit rückt näher.

* Aussprache Leymus.

* Falsch, hundert Kilometer nordöstlich. Ich hatte keine Ahnung von den Entfernungen.

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Suchfunktion im Roman: Die Navigation im Roman hat selbst keine Suchfunktion. Wer innerhalb des Romans bestimmte Begriffe sucht, kann hier im Suchfeld bei Google den Begriff "wissenladen" und den Suchbegriff (beispielsweise den Namen eines Ortes) eingeben. Das sollte halbwegs funktionieren. Wenn "wissenladen" alleine nicht reicht, dann noch "cayenne" dazu eingeben.

Für diejenigen, die die gesamte Textdatei lieber am Stück lesen wollen, und nicht jede Seite einzeln, gibt es 3 Word-Dateien, entsprechend den 3 Bänden, die von unserem Server auf Festplatte heruntergeladen werden können. Dies sind die reinen Text-Dateien, ohne Bilder drin. Nur mit Platzhaltern für Bilder. Die Word-Datei (Word 6.0/95 für windows) ist etwa 2001-2003 zusammengeschrieben worden, letzte Änderungen sind von 2005.
cayenne-band1.doc.
cayenne-band2.doc.
cayenne-band3.doc.


Hier noch ein paar weitere interessante Links:

 

www.planetposter.de - Posterverlag von Francisco Welter-Schultes und Ralph Krätzner

www.wissenladen.de - Der Onlineshop mit den guten Ideen

www.wissenladen.de/maps - übersichtliche Landkarten von allen Ländern der Welt

www.animalbase.org - Frühe zoologische Literatur online

www.hausdernatur.de - Museum Haus der Natur in Cismar an der Ostsee

www.100partnerprogramme.de - Geld verdienen im Internet mit Karsten Windfelder

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www.wale-und-delfine.de - Wale und Delfine

 

 


Tagebuch in Grösse A6 mit superkleiner Schrift, in das ich in dieser Zeit vor allem meine Briefe nach Deutschland abschrieb. Diese Texte sind die Passagen, die hier in kursiver Schrift erscheinen.

 

 

 

 

Der Roman Umweg nach Cayenne ist eine Fortsetzungsgeschichte in drei Bänden und basiert auf einer authentischen Geschichte (autobiographisch von Francisco Welter-Schultes).
Band 1 spielt von Mitte der 60er Jahre bis 1980 in Deutschland (erst Bayern, dann Mainz), Band 2 von 1980 bis 1987 in Deutschland (hauptsächlich in der Kleinstadt Neustadt in Holstein) mit einigen Passagen in der Türkei und in Griechenland (vor allem auf Kreta), Band 3 von 1987-1990 spielt hauptsächlich in Nord- und Südamerika (USA über Mexico bis nach Feuerland und dann Atlantikküste entlang nach Brasilien). Ganz am Ende kommen wir dann auch mal tatsächlich nach Cayenne, Französisch-Guyana. Der Titel ist also nicht ganz aus der Luft gegriffen. Aber bis wir nach Cayenne kommen, dauert es einige Zeit, und ein paar kleine Umwege müssen schon in Kauf genommen werden.
Zusammengeschrieben wurde das Ganze so etwa zwischen 2001 und 2003.
Alle Personen, die im Text vorkommen, sind Personen des wirklichen Lebens. Um ihre Privatsphäre zu schützen, wurden die meisten von ihnen unter Pseudonymen genannt. Ausser bei Personen des öffentlichen Lebens.

Wir hoffen, die Navigation funktioniert halbwegs und wünschen viel Spass beim Lesen.

Für diejenigen, die einen kurzen Blick auf eine Landkarte werfen wollen, was ja mal ganz nützlich sein kann, hier eine kleine Auswahl von Landkarten aus Europa:
Bosnien und Herzegowina   Deutschland   Frankreich   Griechenland   Italien   Österreich   Rumänien   Russland  Schweden   Spanien   Türkei



Kontakt (Autor, Verlag) siehe Impressum, unten letzte Zeile.
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